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Schloss Ratibor
Herbst
Historischer Rundgang

Reich an Zeugnissen vergangener Epochen

Historischer Rundgang
Historischer Rundgang

Die Altstadt von Roth ist reich an Zeugnissen vergangener Epochen, die einen Bummel zu einem Gang durch die Geschichte erweitern. Die moderne Technik ermöglicht einen virtuellen Spaziergang durch das Herz der Kreisstadt, und dabei lässt sich eine Auswahl der vielen Sehenswürdigkeiten bequem am Bildschirm erleben.

Etliche Fachwerkhäuser rahmen die Straßen und Plätze. Besonders das wunderschöne Riffelmacherhaus am Marktplatz fällt dem Kenner auf. Andere finden sich in malerischen Gassen, zu denen der Historische Rundgang auch am Computer führt.

Natürlich führt der Rundgang auch zum Schloss Ratibor, dem Wahrzeichen aus der markgräflichen Zeit. Er beherbergt mit dem Museum Schloss Ratibor eine Einrichtung, die sich unter anderem auch mit der interessanten und wechselvollen Stadtgeschichte auseinandersetzt. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim virtuellen Rundgang. Den gleichnamigen Prospekt erhalten Sie übrigens vor Ort bei der Tourist-Information im Schloss Ratibor.

1: Schloss Ratibor

Hauptstraße 1

Der Bau der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach zählt zu den gut erhaltenen Beispielen von Schlossbauten der deutschen Frührenaissance. Georg der Fromme errichtete 1535-1538 in seiner Oberamtsstadt Roth dieses repräsentative Jagdschloss. Ausschlaggebend waren der Wald- und Wildreichtum in der Umgebung. Finanziert hat er den Neubau mit den Einkünften aus seinen schlesischen Besitzungen, vor allem den Fürstentümern Oppeln und Ratibor, deshalb nannte er es „Schloss Ratibor an der Retzet“ (Rednitz). Nach der Abdankung des letzten Markgrafen 1791 erwarb Joh. Phil. Stieber das Gebäude für eine Fabrikationsstätte leonischer Drähte. Von 1858 bis 1892 befand sich im Hauptbau der Sitz des Landgerichtes. Um die vorletzte Jahrhundertwende ließ Wilhelm von Stieber das Schloss von namhaften Künstlern des Historismus wie Ferdinand Wagner, Rudolf von Seitz, Friedrich Wanderer und Conradin Walther im Stil der deutschen und italienischen Spätrenaissance neu ausgestalten: Kunstvoller Stuck im marmornen Treppenhaus, intarsienreiche Holzverkleidung im Kaminzimmer, Wintergarten und Speisesaal sowie der herrliche Prunksaal mit Deckengemälden, die Themen aus der antiken Sagenwelt zeigen und Gobelinmalereien mit Szenen aus Homers Odyssee. 1942 ging das Schloss als Geschenk an die Stadt Roth über. Im zweiten Stock ist das Museum Schloss Ratibor untergebracht. Im ehemaligen Marstall befinden sich die Stadtbücherei und der Markgrafensaal. Der Ostflügel beherbergt die städtische Tourist-Information.

2: Luitpold-Denkmal

vor dem Schloss Ratibor

Auf Anregung des Malers Anton Seitz und mit Unterstützung Wilhelm von Stiebers stiftete die Stadt Roth dieses

Denkmal zum 70. Geburtstag des Prinzregenten Luitpold (12.3.1891). Es ist eine Arbeit der Rother Steinmetzen Hemmeter und Brunner.

3: Haus Mehl

Kugelbühlstraße 1

Altes Bürgerhaus, erbaut um 1700. 1901 renoviert und mit einer Stuckfassade versehen von dem Handwerksmeister, Feuerwehrkommandanten und Mitglied des Gemeindekollegiums Konrad Hofer. Restauriert 1981-83 von der Familie Mehl.

4: Stadtmauer

Reste der einst mit Türmen bewehrten Stadtmauer sind noch zu sehen am Kugelbühl, hinter der Sparkasse und

der sogenannten Kanzlei sowie an der Stieberstraße. Drei Tore führten in die Altstadt: südlich der Rothbrücke das „Untere Tor“, östlich des Schlosses das „Obere Tor“ und beim Seckendorff-Schlösschen das erst 1719 errichtete „Neue Tor“. Diese Torbauten wurden im Laufe des 19. Jahrhunderts als „Verkehrshindernisse“ abgerissen.

5: Seckendorff-Schlösschen

Hilpoltsteiner Straße 2a

1768 von Oberamtmann Robert von Seckendorff in der neuen Vorstadt am Neuen Tor erbaut. 1797 im Besitz des Kameralamtmannes Heuber. Treppenhaus, Saal und Seitenflügel stammen aus seiner Zeit. 1828 von der Stadt erworben. Ab 1856 Dienstbotenspital. 1884-1937 Städt. Krankenhaus. Renovierung 1980. Seit 1989 Sitz der Volkshochschule.

6: Kugelbühlplatz

Kugelbühlstraße

Entstand bei einer mittelalterlichen Stadterweiterung. Hier finden sich einige alte Häuser, teils gut restauriert. Bemerkenswert das Fachwerkhaus Nr. 23 ca. 1650. Im Haus Nr. 44 befand sich die Synagoge. Die Mitglieder der jüdischen Gemeinde, die sich bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen lässt, wohnten zum größten Teil, bis zu ihrer Vertreibung und Ermordung im 3. Reich, hier – deshalb früher Judengasse genannt.

7: Neues Rathaus

Kirchplatz 2-4

Ehemaliges Schulhaus, nach dem Brand von 1878 wieder aufgebaut; wird 1903 Sitz der Stadtverwaltung. Hier stand einst ein 1533 errichtetes repräsentatives Gebäude, dessen Besitzer von allen bürgerlichen Lasten befreit war, deshalb „Freihaus“ genannt. Von 1621 bis 1625 wurden darin markgräfliche Kippermünzen geprägt (Münzen mit geringem Silber- oder Kupfergehalt). Heute ergänzt durch einen modernen Erweiterungsbau. 

8: Evangelische Stadtkirche

Kirchplatz

Patrozinium „Zu unserer lieben Frau". Spätgotischer Bau von 1511-1513 unter Beibehaltung des romanischen Turmes erbaut. 1738 erfolgt der Umbau in eine Saalkirche im Markgrafenstil durch den markgräflichen Baumeister Johann David Steingruber. Nach dem Turmbrand 1878 wurde ein neuer Turm in der Mittelachse des Kirchenschiffes errichtet. Im Inneren eine bemerkenswerte Figur der Heiligen Katharina (um 1520) sowie Epitaphien und Grabplatten aus dem 16./17. Jh. Neugotische Innenausstattung.

9: Altes Rathaus

Hauptstraße 14

1758/59 erbaut. An der Nordseite des Barockbaues Giebelfigur der Justitia sowie das von zwei Adlern gehaltene,

mit dem Markgrafenhut bekrönte herrschaftliche Wappen. Westseite: Verkündaltan. Im Süden Wappenstein von

1533 mit brandenburgischem Adler und Zollernschild vom Vorgängerbau.

10: Post

Hauptstraße 20

Schönes Beispiel des Jugendstils. 1904/05 erbaut, 1987-89 restauriert. Auf diesem Areal stand einst der geräumige Gasthof „Zum Schwarzen Bären“. Er musste Ende des 19. Jahrhunderts einem modernen Hotelneubau weichen. Dieses Hotel „Zur Post“ wurde bereits 1899 durch ein Feuer vernichtet, der Brandplatz dann an die Kgl. Bayerische Post verkauft.

11: Markgrafenbrunnen

Marktplatz

1757 von der Stadt Roth als Geschenk für den Landesherrn Carl Wilhelm Friedrich erbaut. Die barocke Brunnensäule zieren seine Initialen „CWF“, drei wasserspeiende Köpfe und ein Frauenporträt. Gekrönt vom Brandenburgischen Adler als Herrschaftssymbol.

12: Gasthaus "Zur Weintraube"

Hauptstraße 30

Erste Erwähnung vor 1529. Lange Zeit Taverne mit Backrecht. Zweigeschossiger Bau mit einem durch Gesimse gegliederten Giebel (Renaissance) und einem Rundbogenportal. Mitte des 17. Jahrhunderts wurde der Hof der Traube aufgelassen zur Anlage der Traubenwirtsgasse, nunmehr Traubengasse.

13: Alte Kanzlei

Hauptstraße 38, 40-44

Nr. 38: Standort des Amtshauses der markgräflichen Herrschaft (1531 erwähnt). Später Stadtschreiberhaus.

Jetziges Bauwerk von 1724. 

Nr. 40-44: Einst Sitz der Amtmänner. Zur Anlage gehörten neben Wohnhaus und Stallungen auch Getreideschütte, herrschaftlicher Salzstadel und Backofen.

13a: An der Freyung

Durch den Bau der Valentin-Passage entstandener idyllischer Fußweg entlang der Stadtmauer mit schönem Blick auf die Altstadt. Der Gaukler-Brunnen von Thomas Volkmar Held entstand aus einem Bierkühler der ehemals hier stehenden Brauerei Valentin. Der Name „Freyung“ weist auf das alte kaiserliche Asylrecht in Roth hin.

14: Riffelmacherhaus

Hauptstraße 43

Eines der schönsten Fachwerkhäuser in Franken. Das Kellergewölbe stammt aus dem späten Mittelalter, der dekorative Oberbau mit den Ecktürmchen aus dem 17. Jahrhundert. Besitzer waren wohlhabende Ackerbürger und Bierbrauer.

15: Gasthof "Schwarzer Adler"

Allersberger Straße 1

Wahrscheinlich Standort des Meierhofes des Bamberger Domkapitels in der alten Siedlung Roth, der späteren „Unteren Vorstadt“. Als Gasthof früheste Erwähnung 1536. Seit 1646 unter dem Namen „Zum Cornet“, ab 1796 als „Schwarzer Adler“ bedeutender Gasthof mit großen Stallungen.

16: Willy-Supf-Platz

Einstiger Dorfplatz, älter als der Marktplatz. Standort des ehemaligen „Meierhofes“ (siehe Nr. 15) und „Unterer Mühle“, früher Supf'sche Stanniolfabrik. Alter Industriestandort direkt am Fluss Roth. Gegenüber befand sich die 1534 abgetragene Nikolauskapelle.

17: Städtler-Brunnen

Vor der Kauernhofer Brücke

Nach einem Entwurf von Prof. Rössner, Nürnberg, 1909 von der Stadt errichtet, zur Erinnerung an den 1689 geborenen Sebald Städtler. Er hatte seiner Vaterstadt sein als kaiserlicher Proviantverwalter in den Türkenkriegen erworbenes Vermögen zur Einrichtung eines Altmänner-Spitals vermacht.

18: Bürgerhaus/Kulturfabrik

Stieberstraße 7

Das im Frühjahr 1992 fertig gestellte Bürgerhaus der Stadt Roth fußt auf einer Fabrikhalle der Leonischen Werke aus dem Jahre 1906. Grundmauern und Teile der Wände sind in den neuen Bau integriert. Leonische Werke und Bürgerhaus stehen auf dem Gelände der ehemaligen „Pulvermühle“. Heute ziehen die Veranstaltungen der Kulturfabrik Besucher aus nah und fern an.

19: Jugendhaus

Neues Gässchen 3

Das ehemalige Plätthaus der Leonischen Drahtfabrik (Joh. Balth. Stieber) diente von 1860 bis 1898 der kleinen katholischen Gemeinde als provisorische Kirche. Seit 1991 ist es zum „Jugendhaus“ der Stadt

Roth umgebaut worden.

20: Stadtbräustüberl

Hauptstraße 39

Bürgerhaus aus der Mitte des 17. Jahrhunderts mit malerischem Giebel. Umgebaut von dem markgräfl. Kastner Simon Weichselbaum (im Amt von 1727-1754). Geburtshaus des Malers und Illustrators Ferdinand Rothbart (1823-1899). Bis etwa Mitte des 20. Jahrhunderts Stadtbräustüberl, dann Sitz der Stadtwerke. z. Zt. ohne Nutzung 

21: Stieberhaus

Hauptstraße 33a

Bürgerhaus mit Familienwappen der Stieber an der Nordseite. Erbaut im 15./16. Jh. Umgebaut Mitte des 18. Jh., damals im Besitz des Gründers und Inhabers der leonischen Drahtfabrik, Joh. Balth. Stieber (1834 nach Mühlhof verlegt).

Geburtshaus von zwei berühmten Persönlichkeiten Roths: Sebald Städtler, (siehe Nr. 17) ein Schmiedssohn und späterer Kaiserl. Proviantverwalter (1689) und Anton Seitz (1829-1908), Akademie-Prof., Genremaler und erster Ehrenbürger von Roth. Später Poststation, städtisches Bürgermeisterhaus, Privatklinik und Geschäftshaus.

A: Kreuzkirche

Münchener Straße - Friedhof

1625 erbaut auf dem schon 1534 angelegten Friedhof. Im 30-jährigen Krieg wurde der Innenraum der Kreuzkirche völlig zerstört. Ende des 18. Jahrhunderts ist sie deutlich vergrößert worden. Als künstlerischer Beitrag sind 1903 fünf farbige Kirchenfenster (Hofglasmaler v. Zettler, München) eingefügt worden. Eine umfangreiche Renovierung mit Anbau einer Sakristei erfolgte im Jahr 1983.

B: Ehemaliges Gasthaus "Zum Hirschen"

Münchener Straße 5

In der „Oberen Vorstadt“ gelegen. Die in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts erbaute Wirtschaft wurde schon 1684 wieder abgerissen und im gleichen Jahr neu errichtet. Restauriert 1929 und 1989. Bemerkenswerte Innenausstattung im Jugendstil.

C: Katholische Kirche

Ratiborer Straße

Patrozinium „Mariae Aufnahme in den Himmel“. 1898 im neugotischen Stil errichtet. Um- und Erweiterungsbauten 1966. Einige wertvolle gotische Altäre (aus Rednitzhembach), darunter ein Schreinaltar aus dem 16. Jahrhundert mit der Darstellung der „Kreuzauffindung durch Kaiserin Helena“.

D: Obere Mühle + Fabrikmuseum

Seit Beginn des 15. Jahrhunderts nachweisbar. Neben der Nutzung als Mahlmühle zeitweise auch Kupferhammer und Drahtzug. Ältester Industriestandort Roths. Ab 1901 Elektrizitätswerk der Stieberschen Leonischen Drahtwerke. Ausgangspunkt eines schönen Spazierweges im Rothgrund. Daneben im Gebäude Obere Mühle 4 lädt das Fabrikmuseum der Leonischen Industrie zum Besuch ein.

Weitere Informationen

Auf Grundlage des Historischen Rundgangs bietet die Tourist-Information der Stadt Roth eine Stadtrallye an.

Mit Hilfe der Broschüre Historischer Rundgang Roth und Recherchen vor Ort sind die Lösungen für Jeden leicht zu finden.