Mobilitätskonzept


Die Stadt Roth hat im März 2025 den Startschuss für ein zukunftsweisendes Mobilitätskonzept gegeben. Ziel ist es, die Verkehrsinfrastruktur auf die kommenden Jahre auszurichten und umweltfreundliche Verkehrsarten im Stadtgebiet zu fördern. Damit soll eine solide Grundlage für die Verkehrsplanung der nächsten fünfzehn Jahre geschaffen werden.
Das Projekt begann mit einer umfangreichen Analyse der aktuellen verkehrlichen Situation im Stadtgebiet. Dafür waren die Meinungen und Hinweise der Bürgerinnen und Bürger besonders gefragt. Innerhalb von nur zwei Monaten wurden von der Rother Bürgerschaft mehr als 1.000 Hinweise online gegeben. Auch die Haushaltsbefragung, welche parallel an 4.000 Haushalte im Stadtgebiet postalisch verschickt wurde, erfreute sich reger Mitwirkung.
Diese breite Beteiligung zeigt eindrucksvoll, wie groß das Interesse an einer nachhaltigen und zukunftsorientierten Mobilitätsentwicklung in Roth ist. Die zahlreichen Rückmeldungen lieferten wertvolle Impulse für die Analyse – von häufig genutzten Wegen und Verkehrsmitteln über Problemstellen im Verkehrsfluss bis hin zu konkreten Verbesserungsvorschlägen.
Auf Basis dieser Informationen wurde die aktuelle Verkehrssituation umfassend bewertet: Wie gut ist die Stadt für den Rad- und Fußverkehr aufgestellt? Wo gibt es Handlungsbedarf im ÖPNV? Welche Potenziale bestehen für die Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs? Die Ergebnisse dieser Bestandsaufnahme bilden das Fundament für alle weiteren Schritte im Mobilitätskonzept.
Sie liefern nicht nur ein realistisches Bild der momentanen Lage, sondern eröffnen auch konkrete Perspektiven für die zukünftige Mobilitätsplanung. Damit wird sichergestellt, dass die kommenden Maßnahmen passgenau auf die Bedürfnisse vor Ort abgestimmt sind – sachlich fundiert, transparent und gemeinsam mit der Bürgerschaft entwickelt.
Stärken-/Schwächen-Analyse und Zukunftsszenarien
Ergänzend dazu wurde am 25. September aufbauend auf der Bestandsanalyse ein Stakeholder-Workshop zur SWOT-Analyse durchgeführt. Gemeinsam mit Vertreter*innen aus Politik, Verwaltung und verschiedenen Institutionen wurden die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken der Mobilität in der Stadt Roth erarbeitet. Deutlich wurde dabei:
Der Radverkehr profitiert von einer guten Wegestruktur, benötigt jedoch ein dichteres Netz und mehr Abstellanlagen.
Im Fußverkehr bestehen Potenziale bei Barrierefreiheit und Aufenthaltsqualität.
Der ÖPNV punktet mit einem dichten Haltestellennetz, leidet aber unter unzureichender Taktung.
Beim Kfz-Verkehr zeigen sich gute Anbindungen, aber auch Engstellen und Abhängigkeiten vom motorisierten Individualverkehr.
Die Intermodalität bietet Chancen durch Digitalisierung und bessere Verknüpfungen.
Diese Erkenntnisse bildeten die Grundlage für die Entwicklung verschiedener Zukunftsszenarien, die im Oktober 2025 in einem weiteren Workshop vorgestellt und diskutiert wurden. Sie zeigen auf, wie sich die Mobilität in Roth in den kommenden Jahren entwickeln könnte – je nachdem, ob der Fokus stärker auf Rad- und Fußverkehr, den ÖPNV oder eine ausgewogene Mischung gelegt wird. Auf dieser Basis werden derzeit erste Leitbildansätze für die zukünftige Mobilitätsentwicklung der Stadt ausgearbeitet.
Stadtrat beschließt Mobilitäts-Leitbild
Im zuletzt stattgefundenen Stakeholder-Workshop am 27. November wurde das Leitbild konkretisiert und weiterentwickelt, sodass es als fundierte Grundlage für die Erarbeitung des nachhaltigen Mobilitätskonzepts für die Stadt Roth dienen kann. Mit dem nun erarbeiteten Leitbild wurden bereits wichtige Grundlagen und zentrale Ziele für das zukünftige Mobilitätskonzept geschaffen. Das Leitbild wurde in der Stadtratssitzung März 2026 beschlossen.
Unter folgendem Link finden sich detailliertere Informationen zu den bisherigen Ergebnissen aus Bestands- und SWOT-Analyse, den Zukunftsszenarien sowie dem Leitbild:
Bürgerworkshop: 69 Maßnahmen diskutiert und bewertet
Zur weiteren Erarbeitung des Mobilitätskonzepts fand am 16. Juli 2026 von 18:30 – 21:00 Uhr ein Bürgerworkshop mit rund 40 Bürger*innen sowie Mitgliedern des Stadtrats statt. Gemeinsam mit dem Fachbüro PB Consult stellte die Stadt Roth die erarbeiteten 69 Maßnahmen vor. Die Teilnehmenden hatten die Möglichkeit, diese zu bewerten, zu priorisieren und durch eigene Anregungen zu ergänzen.
Die 69 Maßnahmen wurden auf Grundlage umfangreicher Analysen sowie der zahlreichen Hinweise aus der Bürgerbeteiligung entwickelt. Anregungen aus der Haushaltsbefragung, der Online-Beteiligung, den Infoständen auf dem Rother Marktplatz sowie verschiedenen Veranstaltungen und Workshops flossen in die Ausarbeitung der Steckbriefe ein.
Die Diskussionen zeigten, dass viele Maßnahmen auf breite Zustimmung stoßen, einzelne Themen jedoch unterschiedlich bewertet werden. Besonders kontrovers wurde die vorgeschlagene Sperrung des Marktplatzes für den Durchgangsverkehr diskutiert (15 Zustimmungen, 16 Ablehnungen). Große Zustimmung erhielten die Weiterentwicklung interkommunaler Radwegeverbindungen (20/0), die Förderung von Verschattung im öffentlichen Raum (19/1) sowie eine gemeinsame Mobilitätsplattform für verschiedene Mobilitätsangebote (19/1). Kritischer wurden unter anderem eine finanzielle Förderung der E-Mobilität (7/13), die Einrichtung von Mitfahrbänken (3/10) und die Umgestaltung von Parkflächen (6/9) bewertet. Die Maßnahme „Straßenreinigung und Winterdienst“ erhielt im Workshop keine Bewertung.
Die Ergebnisse des Workshops werden nun in das Mobilitätskonzept eingearbeitet. Im weiteren Verlauf ist ein letzter Stakeholder-Workshop im November vorgesehen, in dem die Leuchtturmmaßnahmen vertieft werden. Den Abschluss des Beteiligungs- und Planungsprozesses bildet die öffentliche Vorstellung des finalen Mobilitätskonzepts im ersten Quartal 2027.
Nachfolgend stehen außerdem die Maßnahmensteckbriefe zum Download bereit. Sie enthalten die Beschreibung und Einordnung jeder einzelnen Maßnahme sowie die Bewertungen aus dem Bürgerworkshop.
>> Mehr zu den einzelnen Maßnahmen erfahren
Bei Fragen steht die Klimaschutzmanagerin der Stadt Roth, Pia Distler, gerne per Mail (pia.distler(@)stadt-roth.de) oder Telefon (Telefonnummer: 09171 848-442) zur Verfügung. Die Stadt bedankt sich herzlich bei allen Bürgerinnen und Bürgern für ihre engagierte Mitwirkung und wertvollen Beiträge.

