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Aktuelles
Autor: Melanie Hanker

Brücke für Jung und Alt

Hildegard Schixl aus Roth ist glücklich: Ihrer Initiative ist es zu verdanken, dass sich die Stadt als erste Kommune im Landkreis an der Aktion „Generationsbrücke Deutschland“ beteiligt. Ab September sollen Kinder der städtischen Kindertagesstätte ältere Menschen im Hans-Roser-Haus besuchen. Der Brückenschlag zwischen den Generationen soll durch gemeinsames Singen, Spielen, Basteln und Erzählen erfolgen. Die Initiatoren erhoffen, dadurch bestehende Vorurteile und Berührungsängste abzubauen und einen Beitrag zum bewussten gesellschaftlichen Zusammenleben der Generationen zu leisten.


Offenes Haus für alle

Das Projekt stößt auf eine breite Zustimmung sowohl von Bodo Steinheimer, dem Leiter des Hans-Roser-Hauses, als auch bei Lisa Harrer, der Leiterin der städtischen Kindertagesstätte in Roth sowie von Bürgermeister Ralph Edelhäußer. „Wir wollen ein offenes Haus sein für alle Generationen und ein Miteinander der Generationen fördern“, bekräftigte Steinheimer und erinnerte daran, dass früher mehrere Generationen unter einem Dach lebten - ein Zustand, den es schon lange nicht mehr gibt.

Der Ursprung der „Generationsbrücke“ liege in den USA, berichtete Steinheimer. Ein Altenheimleiter aus Aachen habe die Idee aufgegriffen, so sei das Projekt nach Deutschland gekommen. „Mittlerweile gibt es über 40 Altenheime in Deutschland, die mit Kindergärten oder der Schule kooperieren“, sagte er.

Am Mittwoch, 21. September, um 19.30 Uhr ist ein Elternabend in der städtischen Kindertagesstätte geplant. „Das Projekt soll freiwillig sein, niemand wird gezwungen hier mitzumachen“, hob Steinheimer hervor.

Im Oktober startet dann das Vorhaben im Hans-Roser-Haus. Der Heimleiter betonte, dass die „Generationsbrücke“ generell für Vorschulkinder konzipiert und ein zusätzliches Angebot der „intergenerativen Zusammenarbeit“ sei.

Gemeinsame Lieder und Spiele

Über ein Jahr verteilt soll einmal im Monat ein Treffen der Kinder mit den Senioren stattfinden. Geplant sei eine erste Aktion, bei der sie gemeinsam Lieder singen und mit Luftballonen spielen. In einer zweiten Aktion sollen die Kinder mit den Senioren basteln und malen. Ein Schlusslied beendet das Treffen.

Jede Zusammenkunft dauert 45 Minuten, insgesamt soll es im Jahr zehn davon geben, die jeweils um 9.30 Uhr beginnen - und mit einer Brotzeit enden. Bodo Steinheimer betonte, dass die Senioren auch einmal eine Kindertagesstätte besuchen sollen und die Kinder das Zimmer der Senioren anschauen dürfen. „So entstehen Kontakte“, ist er überzeugt.

Bürgermeister Ralph Edelhäußer versicherte, dass die Stadt Roth voll hinter dem Projekt stehe. Er dankte der Initiatorin Hilde Schixl und den beiden Kooperationspartnern für ihr Engagement sowie der Sparkasse für deren Spende: „Sie haben Seminare besucht, die Vorbereitungen laufen hervorragend und ich wünsche Ihnen viel Erfolg im Oktober.“

„Wir sind ein Leuchtturm-Projekt“, freute sich Schixl. Bislang gebe es nur in München und Nürnberg ähnliche Kooperationen. „Unser Wunsch ist es, dass aus dem Ganzen noch mehr entstehen kann“, bekräftigte Steinheimer: „Wir wollen das Projekt fortführen und sind auf der Suche nach weiteren passenden Kooperationspartnern.“ Gruppen von acht bis zehn Kindern und acht bis zehn Senioren wären die ideale Größe.

„Das ist eine schöne Geschichte, wenn sich mehrere Generationen austauschen“, meinte Katja Laux, die stellvertretende Filialdirektorin der Sparkasse Mittelfranken-Süd in Roth. Die Bank unterstützte eine Fortbildung, an der auch Bodo Steinheimer und Hilde Schixl teilnahmen, mit einer Spende von 1000 Euro.

„Alt sein kann auch etwas Schönes sein“, betonte Schixl, „das sollen die Kinder erfahren und erleben, deshalb ist das Projekt eine Art Patenschaft.“

Sinnvoll und wichtig

Das Vorhaben „Generationsbrücke“ sei wichtig und ergebe Sinn. Die Kinder und die Senioren könnten voneinander lernen und es gebe einen regen Austausch. Ziel sei es, möglichst vielen alten pflegebedürftigen und jungen Menschen ein regelmäßiges Miteinander und Glücksmomente zu ermöglichen. 

ROBERT UNTERBURGER

Die Stadt Roth übernimmt eine Vorreiterrolle im Landkreis und will sich ab September an der deutschlandweiten Aktion „Generationsbrücke“ beteiligen. Auf das Projekt freuen sich (von links) Bodo Steinheimer (Leiter des Hans-Roser-Hauses), Katja Laux (stellvertretende Filialdirektorin der Sparkasse Mittelfranken-Süd Roth), Hildegard Schixl, Lisa Harrer (Leiterin der städtischen Kindertagesstätte in Roth), Katrin Hammerlindl und Bürgermeister Ralph Edelhäußer.

Foto: Unterburger
Artikel vom 31.08.2016