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Geschichte
Stadtwappen Ratibor

Stadtwappen Ratibor
Im Wappen Ratibors erkennen wir Adler und Rad. Historiker behaupten, dass es an die Herkunft der Stadt durch die Piasten anknüpft, die Gründer der Stadt. Und es ist bekannt, dass der Piast Stellmacher war. Die Ratiborer glauben, dass es - als Paraphrase der lateinischen Maxime über das Glücksrad - das Symbol des Kreises der Geschichte ist, denn im Falle Ratibors dreht sich diese in der Tat wie ein Rad, und eine Umdrehung bedeutet rund 200 Jahre! Dies sind "fette" und "magere" Jahre. Höhen und Tiefen, Niederlagen und Siege.
Rechnen wir selbst nach. Wir schreiben das Jahr 1108. Die Ritter von Boleslaw Krzywoustny erobern nach Kämpfen mit den Mähren die damals noch nicht befestigte Siedlung, denn es sollten noch über 100 Jahre vergehen, bevor Ratibor 1217 Stadtrechte erhielt. Früher noch als Krakau! Von den Ereignissen wissen wir aus der Chronik des Gallus Anonymus. Bis 1336 herrschte hier die Dynastie der Schlesischen Piasten. Es ist ihre Stadt - und einer der Ratiborer Fürsten. Mieszko Platonogi, bemühte sich um die Krone Polens! Einige Monate lang leitete er das Seniorat Krakau. Dieser Herrscher trägt bis heute den Titel des bedeutendsten Ratiborers aller Zeiten. So entschieden die Einwohner in einer Befragung und erachteten diesen als den wichtigsten Politiker in der Geschichte der Stadt. Nach dem Tode Leszkos, dem letzten seines Geschlechtes, ging Ratibor an die Tschechischen Przemysliden über. 1108 bis 1336. Dies sind 228 Jahre. Seien wir aber nicht kleinlich und geben zwei weitere Jahrhunderte ab dem Zeitpunkt hinzu, ab dem die Przemysliden in Ratibor erschienen.

Wir schreiben das Jahr 1532. Das Fürstentum geht an die Hohenzollern. Dann an die Habsburger. Ratibor und seine Ländereien werden Teil der Donau-Monarchei. Und wieder vergehen zwei Jahrhunderte. Ratibor - wie ganz Schlesien übrigens - ist nun Teil Preußens. Es beginnt - so die Historiker zumindest - das goldene Zeitalter der Stadt. Es entstehen viele neue Gebäude und Institutionen. Im Jahr 1846 wurde die Eisenbahnlinie eröffnet, die Ratibor mit Europa verband. Am städtischen Bahnhof hielt sogar der Orient-Express, es gab Post und Telegraphenverbindung, viele bedeutende Künstler haben die Stadt besucht. Konzerte gaben hier u.a. Liszt und Strauß. Handel und Industrie entwickelten sich ausgezeichnet, europäische Bankiers und Industrielle investierten.

Weitere 200 Jahre. 1945 - Das Ende des Zweiten Weltkrieges. Ratibor wäre um ein Haar von der Landkarte verschwunden, denn die Stadt wurde fast völlig zerstört, niedergebrannt und von der Roten Armee geplündert. Die Stadt erholt sich jedoch wieder, kommt auf die Beine, steht aus den Ruinen wieder auf. Erst Stadt in der Region Oppeln, dann in der Woiwodschaft Kattowitz, wird Ratibor schließlich Kreishauptstadt.

Und was wird 2145? Die Futurologie zu bemühen dürfte hier nicht unbedingt aufschlussreich sein, bestimmt aber wird Ratibor dann eine Stadt im Vereinten Europas sein. Bereits jetzt ist Ratibor die Hauptstadt der Euroregion "Silesia", eines Verbandes von Kreisen und Städten auf beiden Seiten der polnischen-tschechischen Grenze. Aber bereits früher, im 19. Jh., d.h. den "fetten" Jahren in seiner Geschichte, war Ratibor eine europäische Stadt. Und sicher wird es nicht von der Landkarte verschwinden, wird größer, wohlhabender und moderner werden. Denn diese Stadt charakterisiert sich durch einen ungewöhnlichen Lebenswillen. Oftmals von Hochwassern überschwemmt, geplagt von Seuchen und Feuersbrünsten, im Kriege zerstört, ist Ratibor dennoch stets wieder auferstanden - gleich Phönix aus der Asche.

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