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Wallesau
Ortsteil Wallesau

Ortsteil Wallesau - hier ein Blick auf die Kirche
Einwohnerzahl
162 (Stand 01.07.2010)

Ortsteil seit
01.01.1972

Lage
385 m über NN; 49° 11' nördliche Breite, 11° 7' östliche Länge

Verkehrsanbindung
Stadt-Bus (Linie 684, nur an Schultagen)
Geschichte
Über die Deutung des Ortsnamens bestehen verschiedene Ansichten. G. Stieber (18. Jahrhundert) leitet den Namen vom Wallersbach ab; auch eine wortgetreue Übersetzung aus dem Lateinischen (vallis = Tal, Aue), wie sie in der mundartlichen Bezeichnung "Wallisau" auftritt, wäre denkbar. Bacherler-Eichstätt sieht im Namen die "Aue des Wala (=Fremden), eine andere Meinung erblickt darin die "Aue der Walchen" und wieder ein anderer Forscher möchte im Ortsnamen eine Zusammenziehung aus "Wallfahrtsau" erkennen, was aber wenig Wahrscheinlichkeit für sich hat.

Verschiedene Höfe aus der Frühzeit sind als "Bamberger Lehen" überliefert; ihre Abgaben flossen nach Roth. Nach dem Salbuch des Domkapitels Eichstätt vom Jahre 1345 gehörte Wallesau kirchlich zu Roth und damit zur Urpfarrei Pfaffenhofen. Wallesau war ein Grenzdorf, seine Bauern unterstanden teils den Burggrafen von Nürnberg (und später den Marktgrafen), teils den Herren von Stein bzw. von Pfalz-Neuburg.

Vor 1200 hatten die Herren von Pappenheim ihre Besitzungen bis Obersteinbach und Wallesau ausgeweitet, womit die Errichtung einer Kapelle zu Ehren der wohltätigen Gunthild aus Pappenheimer Geschlecht (aus dem 11. Jahrhundert zusammenhängt).

Die noch vorhandenen Lehenbriefe der Bamberger Bischöfe von 1610 bis 1730 über Zugehörungen zum "Gotteshaus St. Gunthiliae zu Wallesau" verraten Zusammenhänge mit dem 12. Jahrhundert. Es handelt sich um zwei Söldengüter zu "Pelnproch", dazu einen Zehnten, zwei Hofraiten und eine Hofstatt, ferner um zwei Weiher zu Haundorf (Lkr. Gunzenhausen). Diese Stücke waren meist an Rother Bürgermeister als Mannlehen verliehen.

Auch in "Walhensau" hatten Nürnberger Patrizier vor 1300 zahlreiche Höfe aufgekauft, von denen mehrere im Jahre 1381 während der Fehde der Herren von Stein mit der Reichsstadt Nürnberg in Flammen aufgingen.

Der letzte Hilpolt von Stein schenkte vor seinem Tode 1383 der Marienkirche zu Roth das 70 Tagewerk große "Frauenholz". Die Familie Haynolt hatte damals noch das "Rohrholz" als Eigentum, das später auch an die Kirche Wallesau fiel.

Im Jahre 1408 wurde mit drei Gütern von Wallesau eine ewige Messe auf dem Apostelaltar der Frauenkirche zu Nürnberg gestiftet, auch kamen noch Abgaben eines Gutes an die dortige St. Lorenzkirche.

Ein Bamberger Ablaßbrief von 1441 verweist auf die neuerbaute Kapelle zu Ehren der Jungfrau Maria und ein Eichstätter Brief von 1451 auf die Errichtung einer Frühmesse.

Ab 1444 hatte eine Welle von Stiftungen an das Marienkirchlein Wallesau eingesetzt, 1461 traten die Abgaben von zwei Gütern zu Uttenhofen und 1469 von zwei Gütern zu Rittersbach und Abgaben zu Schönbrunn dazu. Gotteshauspfleger verwalteten diese Vermögenswerte.

Der Markgraf von Ansbach hatte, als er 1439-1449 Herr von Stein war, in Wallesau eine Kirche (und vermutlich auch das untere Wirtshaus) erbaut, um den "Kirchtagsschutz" als Ausdruck seiner Landeshoheit gegenüber Bayern-Landshut durchsetzen zu können. Die heutige Kirchweih dürfte sich auf diesen Bau beziehen. Der Streit darüber wurde 1517 vertraglich geregelt, so dass Brandenburg-Ansbach und Pfalz-Neuburg bei der Ausübung dieses Hoheitsrechtes jährlich abwechselten.

Mit der Einführung der Reformation wurden ab 1538 Gotteshauspfleger aus dem Rat der Stadt Roth bestimmt.

Besonders hohe Opfer forderte die Pest in Wallesau. Im schlimmsten Jahr 1562 wurden allein 53 Personen, meist junge Leute, in Roth beerdigt.

Nur die Taufen wurden in der Wallesauer Kirche durchgeführt, wo meist alle 14 Tage ein Geistlicher aus Roth Gottesdienst hielt. Kroaten aus dem kaiserlichen Heere zerstörten im Oktober 1633 in brutaler Weise das Dorf Wallesau bis auf Kirche und Mesnerhaus. Alle drei Glocken wurden entwendet, die Kirche selbst diente lange als Heuablage.

Zwei Jahrzehnte später, 1653, trafen die ersten oberösterreichischen Glaubensflüchtlinge (Wittigschlager, Biberauer u. a. m.) ein, um die "in der Wildnis" liegende Ortschaft wieder aufzubauen.

Im Jahre 1660 begann die Instandsetzung der Kirche mit den drei Altären. Belmbracher Bauern fuhren die Dachziegel und andere Materialien kostenlos. Neue Glocken wurden beschafft (1843 die dritte); 1687 zählte der Ort wieder 18 Einwohner.

Der neu entbrannte Streit um die Herrschaft hatte besonders nach 1700 zwischen dem Pflegamt Heideck und dem Oberamt Roth jahrzehntelang auch konfessionell viel Unruhe gebracht. Vikar Bibelt erreichte 1730 mit Unterstützung durch die Markgräfin von Ansbach die Errichtung einer selbständigen Pfarrei, so dass nun auch Hochzeiten und Beerdigungen endlich in Wallesau durchgeführt werden konnten. Die Trauungen aus den Nachbardörfern mussten noch bis 1812 in Roth stattfinden.

Im Jahre 1756 errichtete Pfarrer Holzmann nach dem Abbruch der baufälligen Kirche einen Neubau im Markgrafenstil (Emporen für Männer, Kanzel und Orgel übereinander). Der Turm wurde um ein Stockwerk erhöht. Nur noch einige Spitzbogenfenster und Gurtgesimse erinnern an den gotischen Bau. Im Jahre 1846 wurde die Kirche renoviert (516 Gulden), dabei Kanzel, Altar und Taufstein von dem Bildhauer und Vergolder Zeh aus Nürnberg marmoriert. Die Orgel (aus Pfofeld, Lkr. Gunzenhausen) stammt aus dem Jahre 1713. Das Marienstandbild mit dem Kind, das in vorreformatorischer Zeit große Verehrung genoß, kam 1797 an die Stadtpfarrkirche Hilpoltstein. Die spätgotischen Fresken im Altarraum sind jetzt wieder freigelegt.

Im Jahre 1837 baute die Gemeinde eine neues Schulhaus, 1908 einen neuen Lehrsaal. Die Dorfschulmeister waren wie überall schlecht bezahlt und ihre vielen Gesuche um Verbesserung sprechen eine deutliche Sprache davon, so 1795: "Er hat Weib und fünf Kinder, die oft keinen Bissen Brot haben und sich bloß mit Erdbirnen (Kartoffeln) sättigen".

Die Gemeinde Wallesau hat ihre bäuerliche Struktur behalten und sich daher nicht sonderlich vergrößert (1802: 30 Häuser, 184 Einwohner; 1840: 35 Häuser, 200 Personen; 1925: 38 Gebäude, 175 Menschen). Nach 1949 hat die Gemeinde 1 km Ortsstraße ausgebaut, am 15.11.1963 wurde die ausgebaute Straße von Wallesau nach Wernsbach eingeweiht. Sie stellt nun eine wichtige Verbindung von der Bundesstraße 2 über Eckersmühlen, Hilpoltstein zur Autobahn her.

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