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Pfaffenhofen
Ortsteil Pfaffenhofen (Kirche)

Ein Blick auf die Kirche in Pfaffenhofen.
Einwohnerzahl
1.230 (Stand 01.07.2010)

Ortsteil seit
01.07.1971

Lage
325 m über NN; 49° 16' nördliche Breite, 11° 5' östliche Länge

Verkehrsanbindung
Stadt-Bus (Linie 683)

Sonstiges
Kindergarten, GS Pfaffenhofen
Geschichte
Schon im Jahre 1162 wird das Dorf Pfaffenhofen ("Phaphenhoven") urkundlich genannt als Graf Rapoto von Abenberg in seiner Eigenschaft als Schutzvogt des Bamberger Bistums und des Klosters Heilsbronn zwischen Roth und Pfaffenhofen einen Gerichtstag abhält, um u. a. den umstrittenen Besitz zweier Weingärten in Theilenberg zu klären. Später waren die Burg- bzw. Markgrafen die Landes- und Gerichtsherren in Pfaffenhofen.

Die nächste nachweisbare Jahreszahl aus der Geschichte Pfaffenhofens (1185) betrifft die Kirchweihe durch den Bischof Otto von Eichstätt (Ottilien-Patrozinium). Das Patronatsrecht besaß ursprünglich das Domkapitel zu Eichstätt, von dem es die Burggrafen zu Nürnberg erhielten. Bischof Reinboto von Eichstätt brachte es am 23.11.1282 wieder an das Domkapitel zurück und entschädigte den Burggrafen Konrad mit 250 Pfund Heller. Bedingung bei diesem Vertrag war auch, dass die Burggrafen die an die Kühedorfer verkauften Güter wieder einbringen mussten. Die Einkünfte der Pfarrei Pfaffenhofen wurden nach dem Vertrag zwischen Bischof und Domkapitel vom 23.11.1285 zur Aufbesserung der Pfründen am Domkapitel zu Eichstätt verwendet. Der Weizen sollte jährlich gesammelt und davon "weiße Brote" (panes candidos) gebacken werden, die an bestimmten Tagen der Woche an alle Kanoniker und Pfründeninhaber verteilt wurden. Allerdings hatte das Domkapitel auch für den Unterhalt eines Vikars zu Pfaffenhofen zu sorgen. Nach dem Salbuch des Domkapitels zu Eichstätt vom Jahre 1370 war Pfaffenhofen die Mutterkirche für Roth und Abenberg, die als ihre Filialen bezeichnet werden. Das Dorf "Rote" besaß damals nur eine Nikolauskapelle. Als die Kirche Unserer Lieben Frau in Roth fertiggestellt war, änderte sich in der Folgezeit dieses Verhältnis. Nun wurde Roth Pfarrsitz und Pfaffenhofen eine Filiale von Roth, die ab und zu ein Kaplan versorgte. Das ehemalige Pfarrhaus in Pfaffenhofen ging in den Besitz des Rother Gotteshauses über. Für Pfaffenhofen spricht als Pfarrsitz auch der große geistliche Grundbesitz von 63 Tagwerk (davon 40 Wald, 23 Äcker und Wiesen). Anläßlich der Trennungsverhandlungen zwischen Gemeinde und Kirche nach 1920 wurde früherer Besitz der Kirche wieder zugesprochen. Einen Grundbesitz dieser Größe konnte keine Filialkirche aufweisen, es sei denn, dass sie eine Wallfahrtskirche gewesen wäre.

Im Jahre 1486 beabsichtigten die Nürnberger Grundherren von Pfaffenhofen (alle Anwesen waren damals bis auf frei nürnbergisch) mit einem Ewiggeld von 18 Gulden einen Frühmesser für den Ort anzustellen. Der Bischof von Eichstätt war diesem Plan nicht abgeneigt, doch die Ansbacher Markgrafen brachten diese Frühmeßstiftung zu Fall. So erhielt Pfaffenhofen keinen eigenen Pfarrer und bei dieser Regelung blieb es bis zum heutigen Tage. In einem Schreiben der Gemeinde von Pfaffenhofen vom 6.3.1526 an den Nürnberger Rat zeigen sich die ersten reformatorischen Tendenzen. Sie wandten sich gegen die Abhaltung der Messe alten Stils durch den Rother Kaplan und verschlossen ihm die Kirche, wenn er nicht die evangelische messe halte und das Evangelium verkünde, wie es "jetzt im Land der Brauch ist". Sie betonten auch ihren Wunsch, einmal einen eigenen Pfarrer zu erhalten. In der Einleitung des Schreibens wird noch bemerkt, dass die Kirche in Pfaffenhofen auf Nürnberger Grund und Boden stehe. Am 10.1.1530 verweigerten die Bewohner von Pfaffenhofen dem Rother Amtmann die Inventarisierung der Kirchenkleinodien, die dann auch im Ort verblieben.

Im Krieg zwischen Albrecht Achilles von Brandenburg und Herzog Ludwig von Bayern-Landshut ging das Dorf Pfaffenhofen am 3.6.1460 in Flammen auf. Bei der nächsten Zerstörung durch die kaiserlichen Truppen am 9.11.1631 blieb nur die Scheune der Mühle stehen. Die letzten in Pfaffenhofen ansässigen Bewohner waren damals der Müller Endreß Muscat, der 1633 starb und sein Nachfolger Hans Fichtmüller, den am 10.11.1634 eine Seuche hinwegraffte. Im Jahre 1639 ist noch vom Mesner Hans Weber die Rede. Die Rother Kastner Mathäus Knebel schreibt 1651, in Pfaffenhofen lägen die Güter öde und die Felder unbebaut. Erst 1653 regte sich wieder neues Leben im Dorf.

Nach der Zerstörung (1631) blieb die Kirche 100 Jahre eine Ruine. Nach dem Bericht des Wirtes "Zum grünen Jäger", Gg. Paulus Riffelmacher, vom Jahre 1724 wurden Christenlehre und Leichenpredigten unter freiem Himmel abgehalten und bei schlechtem Wetter in eine Scheune verlegt. Riffelmachers Verdienste um dem Wiederaufbau der Kirche sind nicht zu leugnen, wenn er auch in seinem Eifer dabei zu weit ging und sich zu Beleidigungen und Prozessen hinreißen ließ. Er unternahm auf eigene Kosten viele Reisen nach Ansbach und brachte durch Sammeln den stattlichen Betrag von 587 Gulden und 12 1/2 Kreuzern zusammen. Im Streit um den Neubau der Kirche setzten sich die Nürnberger Untertanen für den Wiederaufbau ein; die Ansbacher waren (wie beim Streit um die Frühmesse 1476) dagegen. Auch die Rother Wirte meldeten ihre Bedanken an, weil ihnen durch eine neue Kirche die Hochzeiten und Kindstaufen entgingen. Im Jahre 1731 schlug das Kastenamt Roth sogar vor, die Steine der Kirche zum Instandsetzen des schadhaften Rother Kirchturms zu verwenden. Am 27.2.1732 genehmigte der Markgraf dann doch den Neubau der Kirche. Sein Wappen und die Jahreszahl 1734 sind über dem Portal angebracht. Die Kirche entstand im sog. Markgrafenstil. An Baukosten erwuchsen 380 Gulden für Maurer (Andreas Fässelein, Ansbach) und 260 Gulden für Zimmermannsarbeiten (Joh. Gg. Groß-Ansbach). Ein anderer Ansbacher (Johann Brecht) fertigte die Uhr (159 Gulden). Von den zwei Glocken (die große wiegt drei Zentner und ist mit dem markgräflichen Wappen verziert) stiftete der Weißenburger Fabrikant Trölltsch die kleine, 150 Pfund schwere (beide Glocken von Andreas Lindner-Ansbach gegossen), der kaiserliche Platz-Leutnant und Bauinspektor zu Großwardein/Ungarn, Sebald Städler, schenkte einen vergoldeten Kelch mit Schüsseln, der Untermüller zu Roth, Joh. David Müller, 1755 ein Kruzifix. Die Einweihung der Kirche geschah am 19.6.1735. Die neue Kirchenordnung vom 6.10.1735 sah alle 14 Tage eine Predigt, alle Mittwoch eine Betstunde und alle Vierteljahre das Abendmahl vor.

An Stelle eines barocken Dachreiters wurde 1870 ein Turm gesetzt. Die heutige Innenausstattung geht im wesentlichen auf die Renovierung des Jahres 1893 unter Dekan Th. Köberlin zurück (Altar von Bildhauer Eduard Feuerlein-Roth, Deckengemälde Christi Himmelfahrt von Kunstmaler Bär-Nürnberg). Die Kirche wurde 1963 einer umfassenden Renovierung unterzogen. Man erneuerte den Außenverputz, deckte das Dach neu, versah den Glockenstuhl mit einer neuen Verstrebung, setzte einen Blitzableiter, baute ein elektrisches und automatisches Geläute ein, verglaste die Fenster mit neuem Antik-Glas und restaurierte den Kronleuchter. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 32.000 DM (Bauleitung: Architekt Dipl. Ing. W. Gsaenger).

Zuerst hatten die Nürnberger eindeutig als Grundherren das Übergewicht. Im Jahre 1555 entrichteten fünf Höfe Zins und Steuer an das gemeine Almosen zu Nürnberg, je ein Hof an das neue Spital, an den St. Johannes Siechkobel und an das St. Klara-Kloster zu Nürnberg; nur ein Hof war pfälzisch. Ein halbes Jahrhundert später (1608) hatte das neue Spital sechs (von zehn) Höfe und zwei (von vier) Güter. Im Jahre 1697 gehörten zehn Höfe nach Nürnberg (Landalmosen 5, St. Klara-Kloster 2, Stadtrichteramt Nürnberg 2, neues Spital 1), drei dem Markgrafen, zwei dem Gotteshaus Pfaffenhofen, einer dem Kloster Seligenporten. Einige Jahrzehnte später (1732) standen elf Nürnberger Grundholden acht des Markgrafen gegenüber, darunter die Schenkstatt sowie die Mühle und die Ahlenschmiede, die 1608 schon markgräflich waren. Die Häuserzahl in Pfaffenhofen betrug 1770 26, 1806 31.

Neben den Einquartierungen der Jahre 1678 und 1689 sowie während des Spanischen Erbfolgekrieges brachte vor allem die napoleonische Zeit Pfaffenhofen schwere Belastungen. So erhielt der französische General Sahuc 175 Gulden Tafelgelder (1806) und vom 1.10.1810 bis 31.12.1814 hatte der Ort 213 Wagen, 523 Pferde, 24 Ochsen und 284 Knechte für Transporte zu stellen. Insgesamt beliefen sich die Kriegskosten von 1808 bis 1818 auf 5760 Gulden und 11 Kreuzer.

Weit über 500 Jahre ist es her, dass man das Wasser des Brunnbaches in einen Mühlkanal durch Pfaffenhofen ableitete und eine Mahlmühle errichtete. Als ihr erster Pächter wird 1411 Götz Gießbüchler aus Kammerstein erwähnt. Oft wechselte die Mühle in der Folgezeit ihren Inhaber ("Beständner"). Im Jahre 1531 erhielt sie auch das Backrecht, das dann später auf ein anderes Haus überging. Nach der Zerstörung im 30-jährigen Krieg (1631) lag sie lange öde, bis 1653 Stephan Abraham unter der Zusicherung von drei Jahren Steuerfreiheit den Betrieb übernahm. Heute ist sie eine Mahl- und Schnittmühle.

Östlich dieser Mühle steht noch die alte Ahlenschmiede, die 1464 urkundlich erstmals auftritt. Nach dem 30-jährigen Krieg erstand sie wieder (Wolf Hagelauer) und erlebte dann bis ins 19. Jahrhundert viele Besitzerwechsel.

Im Jahre 1872 erwarb sie der Bronzefarbenfabrikant Mich. Wießner aus Eckersmühlen und richtete ein Bronzestampfwerk ein. Seit 1912 war sie im Besitz der Metall- und Bronzefarbenwerke Taubmann und Co. - Nürnberg, ging dann 1916 an Georg Benda über, der auch das gegen Ende des 19. Jahrhunderts nördlich des Dorfes erbaute Hammerwerk gekauft und dort Bronzefarben hergestellt hatte.

Eine vierte Mühle bestand für kurze Zeit am Brunnbachkanal: die Unter Glasschleife. Während des
2. Weltkrieges entstand im Wald östlich der Bundesstraße 2 als Rüstungsbetrieb ein Thermitwerk. Heute werden die 40 Einzelgebäude hauptsächlich als Wohnungen und Werkstätten (auch von einer Spirituosenfirma) benützt.
In und bei Pfaffenhofen stehen zwei alte Steinkreuze. Das eine an der Hauptstraße hat die Form eines Malteserkreuzes und zeigt eingeritzte Pflugschar. Die Sage erzählt, ein Bauer sei durch das Scheuwerden seiner Pferde gestürzt und der Pflug, der über ihn hinwegging, habe seinen Tod herbeigefügt. Vom anderen Steinkreuz an der "Langen Fichte" (am Waldrand nördlich von Pfaffenhofen) ist nicht weiter bekannt.

Auch die Gasthäuser in Pfaffenhofen haben ihre Geschichte. Zum ersten Male wird in einem Salbuch von 1531 von einem Wirtshaus berichtet, das wohl im 30-jährigen Krieg eingeäschert wurde. Am 3.8.1717 erhielt der Zimmermann Gg. Paulus Riffelmacher von Bernlohe vom Markgrafen das Rechte, eine Zapfen- (Schank)wirtschaft zu errichten und ein Schild mit der Aufschrift "Zum grünen Jäger" anzubringen. Riffelmacher hatte sich als Jäger öfters hervorgetan und so vom Landesherrn diese Gunst erreicht. Seit 1848 ist das Gasthaus im Besitz der Familie Kramling (heute "Zum Hirschen"). Joh. Gg. Gruner eröffnete 1871eine zweite Gaststätte, die seit 1891 im Besitz der Familie Engelhardt war, jedoch in den letzten Jahren abgebrochen wurde.

Die Bevölkerung der Gemeinde hat sich seit 1818 (306 Einwohner, davon Pfaffenhofen 157, Meckenlohe 84, Pruppach 65) verdreifacht (1963:1010). Diesem Wachstum entsprechend, war ein Schulhausneubau mit vier Klassenzimmern, einer Schulküche, einem Werkraum und Brausekabinen unumgänglich, der 1961-63 erstellt und am 21.9.1963 eingeweiht wurde (Architekt Dipl. Ing. Wolfgang Gsaenger-Petersgmünd; Kosten: 489.000 DM). Dabei sind bereits künftige Vorhaben (Schulturngarten, Sportplatz, Lehrerwohnhaus und Turnhalle) eingeplant. Der starke Verkehr auf der Bundesstraße durch Pfaffenhofen machte einen Ausbau dieser Strecke (1 km Ortsstraße und 300 m Gehsteige) notwendig (50.000 DM). Die nächsten größeren Pläne sind der Anschluß an die Wasserversorgung der Stadt Roth und der Bau einer gemeinsamen Kläranlage mit der Gemeinde Büchenbach. Seit dem Februar 1964 ist auch in Pfaffenhofen die Müllabfuhr eingerichtet

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