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Harrlach
Ortsteil Harrlach

Ortsteil Harrlach
Einwohnerzahl
140 (Stand 01.07.2010)

Ortsteil seit
01.01.1973

Lage
365 m über NN; 49° 17' nördliche Breite, 11° 11' östliche Länge
Geschichte
Zu beiden Seiten des Finsterbaches, einem rechtsseitigen Zufluss der Rednitz gelegen. Das große Waldgebiet südlich der Schwarzach und östlich der Rednitz wird aufgelockert durch die nach Westen eilenden Bäche: Hambach, Finsterbach, Brunnbach und die dadurch geschaffenen Wiesenflächen, an die sich die alten Rodungssiedlungen des elften und zwölften Jahrhunderts anlehnen. Die Namen der Ortschaften künden uns den Kampf der alten Siedler, die von der Ursiedlung aus dem Wald den Boden abrangen und denselben der Bebauung zuführten.

Raubersried, Nerret (Neurat) Schwand (-roden) Leerstetten (roden) und andere mehr, geben durch ihren Namen den Beleg für ihre Gründung und Entstehung. Der Ortsname Harrlach reiht sich den vorgenannten an. Zwar fehlt der direkte Hinweis auf die Rodung. Der erste Teil des Namens Harr oder wie früher vielfach Haar heißt aber nichts anderes als Wald. Das ohd und mhd hatt wird mundartlich meist zu har oder auch hart. Der andere Teil des Ortsnamens "lach" lässt mehrere Deutungen zu: einmal als Wald oder lichter Waldbestand (Lohloch lach) zum anderen als Wasseransammlung (lacher, lache, Lehrwort als lateinisch lacus) und zum Dritten Grenze (lahhe, lache - Grenzbaum, Grenzzeichen). Nachdem die Kennzeichnung der Waldsiedlung schon durch den ersten Teil des Ortsnamens Haar gegeben, scheidet für den zweiten Teil lach dieselbe Bezeichnung aus. Dafür sprechen auch noch die in der Nähe gelegenen Siedlung Haarhof - Waldhof und die ganze Flur Haarbuck - (Waldberg) für den großen bewaldeten Höhenzug zwischen Harrlach und Allersberg. Die andere Bedeutung für lach als Wassersammlung hat mehr für sich, denn das Wiesental des Finsterbaches, dem heute noch einige Weiher stimmungsvolle Reize verleihen, könnte der neuen Siedlung schon den Namen "am Waldwasser" gegeben haben. Das etwas oberhalb gelegene Birkenlach wäre nun ein weiterer Beleg dafür. Nun finden wir allerdings in der nächsten Umgebung nördlich Harrlach in Richtung Schwand und auch bei Dürrenhembach die Flurbezeichnung lach und lache für Grundstücke, bei denen kein Wasser zu finden ist. Hierfür ist dann nur die Deutung als Grenze möglich. Wenn wir nun die Tatsache in Betracht ziehen, das der Finsterbach über Harrlach und Birkenlach und dann weiter der Weg von Birkenlach nach Dürrenhembach und weiter nach Oberhembach jahrhundertelang die Grenze der Markgrafenschaft Ansbach mit Bayern und der Grafschaft Wolfstein-Pyrbaum bildeten, dann drängt sich mehr die Überzeugung auf, dass lach hier noch die Bedeutung von Grenze hat. Der Ortsname Harrlach würde demnach die Waldsiedlung an der Grenze bezeichnen.

Die ältesten Nachrichten über Harrlach finden wir im 14. Jahrhundert. Um diese Zeit erwarb der Stadtrat Nürnberg, die Patrizier der Reichsstadt in der ganzen Umgebung viele Edelsitze. Von den in der Gegend reich begüterten Birkenfelden kauften im Jahr 1345 die Nürnberger Bürger Peter und Heinrich die Glasnapfen den Ort Harrlach. In einem späteren Bericht aus dem Jahre 1610 wird erwähnt, dass vor 267 Jahren Harrlach in den Besitz von Nürnberger Bürgern gekommen ist, dies würde das Jahr 1343 ergeben. Von den Glasnapfen, die nur kurze Zeit erwähnt werden, kam Harrlach in die Familien der Stromer, Trachten und Fütterer, die letzteren, ein reiches Geschlecht der Reichsstadt, hatten Harrlach fast 200 Jahre in Besitz. Im Jahre 1504 finden wir den Schlossherrn Georg Fütterer als kaiserlichen Feldhauptmann genannt. Der letzte dieses Patrizier-Geschlechts Jakob Fütterer starb am 16. Februar 1586 in seinem Haus am Obstmarkt zu Nürnberg. Er wurde nach Harrlach überführt und des Nachts bei Feuerschein in der neben dem Schloss befindlichen Rochuskapelle beigesetzt. Als vor etwa 35 Jahren seine Grabstelle, in der Hauptsache durch den seinerzeitigen Land- und Gastwirt Johann Ehemann aufgedeckt wurde, entnahm Graf Alex von Faber-Castell dem Grab einen Degen und Siegelring. Harrlach fiel darauf an den Neffen des Jakob Fütterer Jakob Hack genannt von Tyll. Das Schloss wurde baulich besonders von dem letzten Fütterer ausgestattet. Es wird uns mit Mauer und tiefem Graben geschildert. Der große erhaltene Wappenstein um 1550 mit dem Wappen der Fütterer, der ehemals der Schlußstein eines Torgewölbes war, ist noch der einzige Zeuge dieses schönen Besitzes.

Durch Heirat kam Harrlach 1720 in den Besitz Franz Bernhard von Seckendorf, dem im Jahre 1727 Sigmund Jakob von Holzschuher folgt. Dieser Erwarb Harrlach durch Kauf und leistete am 29. Januar 1727 seinen Pflichteid.

Die jahrhundertlangen Grenzstreitigkeiten fanden im Jahre 1806 mit dem Übergang der ehemaligen Markgrafenschaft Ansbach an Bayern ein Ende.

Das 1900 Jahrhundert brachte den Besitzern der Hofmark weitere starke Einschränkungen, Entwicklungsmöglichkeiten fehlten.
Im Jahre 1874 verkaufte Christ. Gottlieb Veit August Freiherr von Holzschuher den ganzen Schlossbesitz an Johann Nepom. von Habel, von dem er im Jahre 1880 an Freiherrn Lothar von Faber und weiter im Erbwege an die Grafen von Faber-Castell gelangte.

Das Schlossgebäude, welches bis dahin in gutem Zustand war, ging nun langsam dem Verfall entgegen. Nicht nur, das die letzten Besitzer keine Ausbesserungsarbeiten an dem Bau vornahmen, entfernten dieselben einzelne Bauteile und verwendeten sie zum Ausbau der anderen Besitzungen. Das Schloss stand einige Zeit vollkommen leer und begann langsam zu verfallen. Mehrere Angebote und Anträge von Vereinen und Jugendgruppen, das Schloss als Wanderheim zu erhalten und wieder ausbauen zu wollen, wurden leider vom letzten Besitzer nicht stattgegeben. So geriet der Schlossbau, der in einigen Zimmern noch die Reste von sehr schönen Stuckarbeiten aufwies, allmählich in einem solchen baufälligen Zustand, dass für die Standsicherheit der großen Giebelmauer Gefahr bestand. Im Jahre 1929 wurde von dem Grafen Roland von Faber-Castell das alte Schloss abgebrochen, die große Linde im Schlosshof, welche jahrhundertelang getreulich Freud und Leid mit dem Schlosse teilte, konnte nicht mehr bestehen und legte im folgenden Jahre, ihres Schutzes beraubt im Stöhnen des Sturmwindes sich um. An ihrer Stelle steht heute der schöne Stein mit dem Wappen der Fütterer von Nürnberg, deren letzter Namensträger Jakob Fütterer sich im Jahre 1586 in Harrlach zu letzten Ruhe legte. Die Fütterer, Tyll, von Seckendorf und von Rieter und besonders die von Holzschuher verwandten viel Sorgfalt, viel Sorgen und Mühen auf die Erhalten des Hofmarkbesitzes und nahmen manches Opfer auf sich, um das alte Schloss zu erhalten.

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