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Eckersmühlen
Ortsteil Eckersmühlen - Blick auf die Kirche

Der größte Ortsteil der Stadt Roth - Eckersmühlen

Das Wehr in Eckersmühlen

Das Wehr in Eckersmühlen
Einwohnerzahl (mit Haimpfarrich und Hofstetten)
2.809 (Stand 04.01.2010)

Ortsteil seit
01.05.1978

Lage
398 m über NN; 49° 14' nördliche Breite, 11° 11' östliche Länge

Sonstiges
Historischer Eisenhammer, Main-Donau-Kanal-Schleuse, zwei Kindergärten, VS Eckersmühlen
Geschichte
Es ist sehr selten, dass Urkunden und Akten für ein Dorf so zahlreich und ab 1300 so zusammenhängend vorgefunden werden, wie das für Eckersmühlen der Fall ist.

Der Kenner vermag sogar Rückschlüsse auf "Bamberger Lehen" aus dem 11. Jahrhundert zu ziehen.

Einem Ortsritter Oegger, nach dem der Ortsname entstanden sein dürfte, kann man vielleicht um 1100 die Errichtung einer Eigenmühle an schwieriger Stauwehranlage und möglicherweise auch den Bau eines Ritterkirchleins zum hl. Georg zuschreiben.

Der Standplatz seiner Wasserschutz ist im "Burgstall" als Flurname, gleichzeitig als Grundstück zur Mühle erhalten. Die Ursiedlung, etwa aus der Zeit der Bamberger Verwaltung, gruppierte sich um eine Hügel-Turmburg auf nördlicher Anhöhe beim Rothfluß, an dem eine erste kleine Mühle und später eine Mühle (mit Mühlbach) erbaut worden waren.

Eine dritte Turmburg hatten die Herren von Stein vermutlich in der kaiserlosen Zeit zur Beherrschung des Dorfes in der "Leithen" errichtet. Abgaben und Verkauf dieser Burg an den Deutschen Orden sind bekannt.

Etwa um 1300 dürfte die eichstättische Willibaldskirche erbaut worden sein. Um diese Zeit sind die Höfe und Gütlein des Dorfes in Händen Nürnberger Patrizier: der Holzschuher, Ebner, Küdorfer und Stromayer.

Zwischen 1376 und 1448 kam der größte Teil dieser Besitzungen an das Elisabethenspital des Deutschen Ordens in Nürnberg, während andere durch Stiftung oder Kauf in das Eigentum der Marenkirche in Roth übergingen.

Das Gute Gefälle des Rothflusses führte um 1420 (fast gleichzeitig mit Nürnberg und Roth) zur Einführung des mechanischen Eisen-Drahtzuges bei der Mühle im Dorf und 100 Jahre später zur Einrichtung eines Messinghammers.

Das Jahr 1615 brachte die Errichtung einer Schule. Christof Dreher war der erste Schulmeister, der am 12.3.1616 seinen Dienst antrat. Seine Aufgaben werden im Schwur, den er zu leisten hatte, umschrieben: "Ein Schulmeister soll den Amtsleuten zu Roth mit handgebender Treue angeloben und einen leiblichen Eid leisten, dass er der Herrschaft Brandenburg des Dorfs, Gottshaus und Almosen Frommen und Nutz fördern und desselben Schaden verhüten helfe, den Schul- und Mösnerdienst mit allem Fleiß obwarte, die ihm anvertrauten Kinder zur Gottesfurcht, Ehr, Kunst, Zucht und rühmlichen Willen unterrichten mit Lesen, Schreiben und Rechen, sonderlich im Katechismus Augsburger Konfession unterweisen, die Wohnung im baulichen Wesen erhalten, auch den Ornat und was ihm in der Kirche vertraut wird, fleißig in acht nehmen und verwahren, auch jährlich darum Beicht und Rechenschaft geben, ebenfalls soll er die Uhr mit Fleiß richten und versehen, sowohl sich Gott und weltlich Obrigkeit verantworten muss. Das helfe Gott der Allmächtige".

In den Jahren 1631/32 verwüsteten Tillys Reiter den Ort und das Schlösschen im Dorf und noch zwei Jahrzehnte danach lagen einige Höfe in Schutt und Asche.

Im Jahre 1709/10 ließ der Markgraf von Brandenburg-Ansbach die überaus baufällige Kirche abreißen und durch einen barocken Neubau ersetzen (Kosten 3609 Gulden und 24 Kreuzer). Zuerst war nur daran gedacht, den schadhaften Turm zu ersetzen, dann wurde aber auch das Langhaus ganz abgetragen, sonst hätte man - wie der damalige Pfarrer schreibt - "über einige Jahre wieder und also immer ausflicken müssen".

Als der Deutschordens-Messinghammer unterhalb der Mühle im Dorf durch Nürnberger Handelsleute zum Kupferschmieden eingerichtet wurde, ging das Oberamt Roth nach Verwarnung energisch vor und ließ den Betrieb 1742 gründlich zerstören. Daraus entwickelte sich ein umständlicher Prozeß beim Reichskammergericht Wetzlar zwischen der Deutschordensverwaltung Mergentheim und dem Fürstentum Ansbach-Brandenburg, der nach 65 Jahren bei Auflösung dieser fürstlichen Stände noch nicht beendet war.

Nach 1800 waren Neubauten des Pfarrhauses und dann auch eines Schulhauses dringend notwendig geworden.

Ende des 19. Jahrhunderts versuchten sich Blattmetallhämmer in Eckersmühlen, Haimpfarrich und Hofstetten mit wechselnden Erfolgen im Vorbereiten von Material für die Herstellung von Bronze.

Erst Anfang dieses Jahrhunderts gelang der erfolgreiche Ausbau eines Gold- und Silberbronzewerkes und einer bedeutenden Leonischen Industrie. Seit Jahrzehnten stehen diese Betriebe mit fast allen Ländern der Erde in Geschäftsverbindung.

Seit der Bildung der Gemeinde Eckersmühlen (1818: 319 Einwohner) im vorigen Jahrhundert gehören dazu die Orte Hofstetten (1881: 81 Einwohner) und Haimpfarrich (1818: 46 Einwohner) und die Einöden Leonhardsmühle (1818: 18 Einwohner), Brückleinsmühle (1818: 8 Einwohner), Wallersbach (1818: 17 Einwohner), Kupferhammer (1818: 7 Einwohner) und Eisenhammer (1818: 5 Einwohner).

Begünstigt durch die angesiedlete Industrie, wie auch durch die guten Eisenbahn- und Straßenverbindungen zur nahen Groindustrie in Roth, Schwabach und Nürnberg begann in Eckersmühlen frühzeitig der Bau von Eigenheim-Wohnungen in großer Ausdehnung, so dass die Gemeinde den Bau eines neuen Schulhauses 1950 und 1956, eines Lagerhauses und der Straßennetzes, jetzt sogar eine umfangreiche Wasserversorgungsanlage in Angriff nehmen musste.

Herrschaften und Besitzer kamen und gingen, aber nach wie vor steht der Namenszug des Markgrafen Wilhelm Friedrich von Brandenburg-Ansbach über der Kirchentüre zu Eckersmühlen, als wolle er allen Neuerungen der späteren Zeit zum Trotz noch immer von der "onolzbachsichen" Landeshoheit künden.

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