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 | Barnsdorf |
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Ein Blick nach Barnsdorf...

... hier die Firma Schlenk. | Einwohnerzahl
55 (Stand 04.01.2010)
Ortsteil seit
01.07.1971
Lage
340 m über NN; 49° 13' nördliche Breite, 11° 4' östliche Länge
Verkehrsanbindung
Stadt-Bus (Linie 686), Linienbedarfstaxi (LBT)
Sonstiges
Sitz der Firma "Carl-Schlenk-A.G." |
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Geschichte
Die erste urkundliche Erwähnung von Barnsdorf in einem eichstättischen Salbuch stammt aus dem Jahre 1345, Wo er noch der Mutterkirche in Pfaffenhofen (später dann Roth) zugeteilt war. Der Ortsname tritt in vielen Formen auf: pornsdorf (1370), parnsdorf (1401), payrstorf (1410), parenstorff (1411) u. a. m. Ob diese Siedlung einmal an der bayerischen Grenze lag oder ob das Bestimmungswort "Barn" eine vom Walde entblößte Geländestelle meint, ist schwer zu entscheiden. Von der Qualität des Bodens um Barnsdorf heißt es in einem Bericht von 1804: "Der Boden ist schlechter Sand und die darauf stehenden Früchte sind viel geringer als in den Orten Kauernhofen und Belmbrach".
Lehensherren von Barnsdorf waren die Bischöfe von Bamberg, dann verschiedene Adelsgeschlechter, längere Zeit die Familie Böhmer-Nürnberg und zuletzt das Heilig-Geist-Spital zu Nürnberg. Die Landeshoheit stand den Burggrafen von Nürnberg und später den Marktgrafen zu.
Die Mühle, die das ganze Jahr Wasser führte und so immer das Mahlen erlaubte, war im Laufe der Jahrhunderte ein begehrtes Pachtobjekt. Der erste nachweisbare Müller ist Heinz Kühnlein (1429), der 1457 eine Seelmesse mit 100 Gulden nach Roth stiftete. Wegen des Wässerungsrechtes gab es zwischen der Gemeinde Kiliansdorf und dem Müller viele "Irrungen", wie die Verträge von 1456, 1559, 1639 und 1718 beweisen. Auch unvorhergesehene Fälle waren berücksichtigt. Sollten nämlich, wie es im Vertrag von 1456 heißt, "von Gewalt Gottes Gebrüche und Güß geschehen, so sollten sie all der Mühl helfen nach Notdurft, als oft es Not tät".
Im Jahre 1632 brannte Barnsdorf durch Kriegseinwirkungen ab, die Bewohner verließen Haus und Hof und der Beständner Albert Fichtmüller zog nach Roth, wo er am 6.11.1635 starb. In den Jahren 1658-61 saß auf der Mühle Matthias Bonholzer, ein Glaubensflüchtling aus dem Lande ob der Enns. Von 1713-1874 war die Mühle im Besitz der Familie Ammon, die aus Vorra stammte und 1672 die Pulvermühle in Roth übernommen hatte. Johann Paul Ammon verkaufte am 30.3.1874 das Mühlenanwesen um 45000 Gulden an Friedrich Feyrtag von Roth und Stephan Weiß in Roth. Am 6.4.1875 trat als weiterer Kompagnon Carl Schlenk von Georgenthal (Thüringen) ein, der am 10.8.1875 die Anteile der Vorbesitzer allein übernahm und die Firma unter seinem Namen ab 10.8.1875 allein weiterführte. Im gleichen Jahre verheiratete er sich mit der einzigen Tochter von Paul Ammon, so dass die seit 1713 im Familienbesitz befindliche Mühle praktisch wieder in die Familie zurückfloß. Von dieser Zeit an begann der rasche Ausbau und Aufstieg der Bronze-Fabrik. Das Jahr 1892 brachte die Einrichtung einer Aluminiumschlägerei und einer Aluminium-Bronzefabrik. Bereits im Jahre 1895 betrug die wöchentliche Produktion mehr als 10000 Pfund Zainmetall und 10000 Pfund Bronzefarben. Am 13.12.1897 wurde die Firma in die "Bronzefarbenwerke-Aktiengesellschaft vormals Carl Schlenk" umgewandelt. "Als Kaufmann, der die Welt gesehen und kenngelernt hat, in Verbindung mit eisernem Fleiß und beispielloser Energie machte Schlenk aus dem ehemaligen Weiler einen stattlichen Industrieort" (Gernhardt). Der rasche Aufstieg des Ortes läßt sich am besten an dem sprunghaften Wachstum der Bevölkerungszahl verfolgen. Im Jahre 1608 waren in Barnsdorf zwei Höfe und eine Mühle. Zwei Jahrhunderte später (1818) zählte es 22, 1862 27 Einwohner. Im Jahre 1913 dagegen wies es 13 Häuser mit 20 Nebengebäuden, 36 Familien mit 149 Einwohnern auf. Kurz nach 1900 wurde in Elisabeth/USA ein Zweigwerk errichtet, das sich in kurzer Zeit zu dem bedeutendsten Werk in den USA auf dem Gebiete der Bronzepulverherstellung entwickelte. Es wurde nach dem 1. Weltkrieg enteignet.
Carl Schlenk hatte auch jederzeit ein offenes Ohr für die Nöte seiner Arbeiter und die Anliegen der Gemeinde. Im Jahre 1890 gründete er eine eigene Betriebskrankenkasse, die heute noch besteht und zu den ältesten Einrichtungen dieser Art im Regierungsbezirk Mittelfranken zählt. Ebenfalls vor 1900 schuf er eine Unterstützungskasse. In einer Zeit, wo noch kaum jemand von einem sozialen Wohnungsbau sprach, baute er schon Werkswohnungen und seine Leistungen für den Bau einer Wasserleitung, einer Straße zum Bahnhof nach Roth (1904), einer Schule (1903) und für die Ortsfeuerwehr waren vorbildlich. Am 2.4.1911 rief er zusammen mit seiner Gemahlin eine Stiftung von 25000 M ins Leben, deren Zinsen für bedürftige Personen und als Zuschüsse für gemeinnützige Unternehmen im Rother Distrikt bestimmt waren. Die öffentliche Anerkennung für sein vielseitiges Wirken blieb nicht aus. Am 18.5.1911 wurde er von seinem Landesvater, Carl Eduard von Sachsen-Coburg-Gotha, geadelt, und die bayerische Regierung trug daraufhin am 22.5.1911 den erblichen Adelstitel in die bayerische Adelsmatrikel ein. Am 15.3.1921 verstarb Carl von Schlenk-Barnsdorf.
Nach dem 1. Weltkrieg wurde das Unternehmen durch den Verlust des Zweigbetriebes in Amerika und durch die Inflations- und Weltwirtschaftskrise schwer erschüttert. Unter der Leitung der Söhne des Gründers Arthur und Wilhelm von Schlenk-Barnsdorf war wieder ein allmählicher Aufschwung zu verzeichnen. Im 20. Jahrhundert erwarb die Firma noch andere Werke: 1911 Wasserzell (bei Spalt), Mitte der 20er Jahre das Kupfer- und Messingwalzwerk Bernlohe, 1937/38 die Bronzepulver-unternehmen in Marktschorgast, Ochenbruck, Pfaffenhofen, Rothenbruck, Schwarzach und Schwarzenfeld. In dieser Zeit wurde die Verwaltung der Bronzefarbenwerke nach Nürnberg erlegt. Am 1.1.1925 war mit der Gründung der Süddeutschen Christbaumschmuck- und Reflektorengesellschaft m. b. H. ein neuer Fertigungszweig nach Barnsdorf gekommen. Seit 1957 führt die Firma den Namen "Carl-Schlenk-A.G.".
Auch in der Barnsdorfer Geschichte wechselten friedliche Zeiten mit kriegerischen und leidvollen Tagen ab. In den Jahren 1561-62 starben von 20 Personen 17 an der Pest und die napoleonische Zeit brachte viele Beschwernisse. So mussten die Barnsdorfer im Februar 1806 250 Gulden in bar, im Oktober gleichen Jahres u. a. 30 Gulden für Brot, einen Schlachtochsen und 150 Gulden zur Verpflegung der Marschälle an die Franzosen entrichten.
Die moderne Zeit ist nicht spurlos an der Gemeinde vorübergegangen. In den Jahren 1949-61 baute sie fast 5 km Gemeindeverbindungs- und Ortsstraßen und erstellte 1955-56 einen Schulhauserweiterungsbau. Das Bauprogramm der nächsten Zeit umfaßt den Straßenbau Barnsdorf-Bernlohe und die Wasserversorgung der Siedlung an der Münchener Straße. |