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Schloss Ratibor
Aktuelles
Autor: Melina Laumer
Artikel vom 10.07.2017

Rother Azubi auf Dienstreise im Fernen Osten

Ein Bericht der Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung.

"Atemberaubend". Dieses Adjektiv fällt Lukas Woldt ein, wenn er an seinen zweiwöchigen Trip nach Changzhou zurückdenkt. Mit dem Distrikt Xinbei der Fünf-Millionen-Stadt in China pflegt Roth seit 2014 eine Partnerschaft, erstmals hat die Stadt nun einem Auszubildenden ermöglicht, zum Austausch dorthin zu reisen.

Und der 18-jährige Lukas war tief beeindruckt. Trotz des zwölfstündigen Flugs plus zweieinhalbstündigen Transfers zum eigentlichen Ziel nach Xinbei, trotz fremder Sprache und ungewohnter Eindrücke in dem "riesigen Land" fand er den Einblick in die chinesische Arbeitswelt "sehr interessant".

Profit und Wachstum

Seine Hauptaufgabe: für ansiedlungswillige Firmen Infomaterial vom Englischen ins Deutsche zu übersetzen. Bemerkt habe er dabei, "dass Profit und Wachstum dort wichtiger sind als Service" und der Bürgerkontakt nicht besonders ausgeprägt.

In den Großraumbüros mit neun bis zehn Mitarbeitern habe er Risse in den Wänden und heraushängende Kabel registriert, "und die Computer haben ausgesehen, als ob sie bei uns ausrangiert worden sind", berichtete Lukas Woldt nach seiner Reise vor dem Rother Stadtrat. Im Gegenzug habe das fernöstliche Essen in der Kantine gut geschmeckt — "besser als in vielen deutschen Kantinen". Trotzdem, so der Azubi im zweiten Lehrjahr mit einem schmunzelnden Seitenblick auf seinen "Chef", Bürgermeister Ralph Edelhäußer, arbeite er auf Dauer "lieber hier in Roth".

Dieses Fazit können auch die beiden anderen städtischen Auszubildenden unterschreiben. Corinna Besold, 19, hat in Roths Partnerstadt Ratibor in Polen zwei Wochen lang in den Arbeitsalltag der städtischen Verwaltung hineingeschnuppert. Zu ihren Aufgaben gehörten Aktionen in der Tourist-Information, aber auch der Besuch des Deutsch-Unterrichts am Gymnasium, und nach den zwei Wochen konstatierte Corinna ebenfalls, dass ihr die Tage gut gefallen hätten, dass aber Bürgernähe und Service der Verwaltung in Roth besser seien.

"Meine Muttersprache"

"Weil dort meine Muttersprache gesprochen wird", hat sich Sandra Klinger, 18, für Regen entschieden, die Partnerstadt im Bayerischen Wald. Und trotz der Nähe Unterschiede festgestellt: "Die Azubis werden nur nach Bedarf eingestellt", berichtete die Auszubildende im zweiten Lehrjahr nun, außerdem durchlaufen sie nicht unterschiedliche Abteilungen.

Die Stadträte applaudierten den jungen Leuten, die auf ihrer ersten "Dienstreise" wichtige Erfahrungen gemacht haben. Respekt wurde aber auch der Rother Stadtverwaltung gezollt. Susanne Temme, die die drei Azubis unter ihre Fittiche genommen hatte, belebe mit dieser "tollen Idee" die Partnerschaft, lobten Dr. Daniela von Schlenk, Dr. Walburga Kumar und Sonja Möller.

Auch Bürgermeister Ralph Edelhäußer bescheinigte: "Premiere mehr als gelungen." Ein tatsächlicher Austausch — also der Besuch von jungen Verwaltungsleuten aus Xinbei, Ratibor oder Regen in Roth — soll in Kürze folgen.

Die Skyline von Xinbei mit dem Auszubildenden Lukas Woldt
Die Skyline von Xinbei mit dem Auszubildenden Lukas Woldt
Die Auszubildende, Corinna Besold, mit Ausbildungsleiterin, Susanne Temme, vor ihrer Abfahrt nach Ratibor
Die Auszubildende, Corinna Besold, mit Ausbildungsleiterin, Susanne Temme, vor ihrer Abfahrt nach Ratibor
Auszubildende Sandra Klinger vor ihrer Abfahrt nach Regen
Auszubildende Sandra Klinger vor ihrer Abfahrt nach Regen