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Schloss Ratibor
Herbst
Stadtgeschichte

Von Kaiser und Reich anerkanntes Asyl

Roth wird anlässlich der Weihe einer Kirche durch Bischof Gundekar II. im Jahr 1060 erstmals urkundlich erwähnt. Der Marktplatz entstand im 12. Jahrhundert im Zuge einer planmäßigen Erweiterung.

Seit der Mitte des 14. Jahrhunderts besitzt Roth Stadtrechte. Lange bevor Roth im wirtschaftlichen Leben eine Rolle zu spielen begann, war der Ort bereits als ein von Kaiser und Reich anerkanntes Asyl weit über die Grenzen Frankens hinaus bekannt. Hier fanden alle diejenigen Zuflucht, die unbeabsichtigterweise mit dem geltenden Recht in Konflikt geraten waren. Diese unschuldig verfolgten Personen fanden bis ins 18. Jahrhundert hinein in Roth eine sichere Zufluchtsstätte, von der aus sie eine Klärung ihrer Angelegenheit erwirken konnten. Ab 1535 errichteten die Markgrafen von Ansbach in der Südwest-Ecke der Stadt das Schloss Ratibor, das als Jagdschloss und meist zugleich als Sitz des Oberamtes, also der markgräflichen Verwaltung, diente. Die Markgrafen, ein Zweig der Hohenzollern, führten den schwarz-silber gevierten Zollernschild, der der Stadt Roth mit dem Beizeichen "R" im ersten Feld als Wappen verliehen wird. Die Zeit der Markgrafen, vor allem das 18. Jahrhundert, hat viele bauliche Spuren hinterlassen.

Schloss Ratibor
Schloss Ratibor
Schloss Ratibor
Schloss Ratibor

Nach der Abdankung des letzten Markgrafen 1791 fällt das Fürstentum unter preußische Verwaltung. 1806 wird es dem neuen Königreich Bayern einverleibt.

Mit dem Verkauf des Schlosses an den Fabrikanten Stieber beginnt noch vor 1800 in Roth die Industrialisierung. Stieber stellt seit 1747 in Roth Leonische Waren her, also versilberte und vergoldete Drähte und daraus gefertigte Produkte. Dank der günstigen Lage der Stadt, speziell durch den Bahnanschluss 1849, blüht dieses Traditionsgewerbe auf. Eine Reihe ähnlicher, kleinerer Firmen oder davon abgeleitete Industrien (Christbaumschmuck, Metallfolien, Kabel) werden gegründet. Einige dieser Firmen produzieren noch heute. Roth führte in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts den Titel "industriereichste Kleinstadt Bayerns".

Nach dem Zweiten Weltkrieg wächst die Stadt auf der wirtschaftlichen Basis ihres Traditionsgewerbes weiter (1960: 10 000 Einwohner, heute mehr als 25 000).

Als neuer Sitz des Landratsamtes Roth im Jahr 1972, als Bundeswehrstandort und durch ihre Lage im Fränkischen Seenland sowie an der Burgenstraße entwickelt die Kreisstadt ihre Anziehungskraft weiter.